Fehlende barrierefreie Kommunikation in Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft führen bei Gehörlosen oft auch zu einem Informationsdefizit und einer gewissen Verunsicherung. Unsere Gesellschaft entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Wer neue Informationen nicht mitbekommt, gerät schnell ins Abseits. Um echte „Barrierefreiheit“ zu verwirklichen, müssen vermehrt Informationen in Gebärdensprache bereit gestellt werden: im Fernsehen, im Internet, bei öffentlichen Veranstaltungen und in der Beratung!

Missverständnisse zwischen Hörenden und Gehörlosen entstehen nicht nur aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten sondern auch wegen der Unterschiede im soziokulturellen Hintergrund. Diese können – gerade im Zusammenhang mit persönlichen Problemen – nicht immer allein durch den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern überwunden werden. Gehörlose sollten deshalb auch eine Anlaufstelle haben, wo man ihre Lebenssituation kennt und sie direkt in Gebärdensprache berät.

Als Selbsthilfeorganisation der Gehörlosen bietet der Gehörlosen-Verband Schleswig-Holstein e.V. eine allgemeine soziale Beratung von Gehörlosen für Gehörlose an. Auch unsere hörenden Berater beherrschen die Gebärdensprache und sind mit der Welt der Gehörlosen vertraut.

Wegen der Besonderheiten im Spracherwerb sind bei Gehörlosen Unsicherheiten im Umgang mit der Schriftsprache ganz normal. In unserem Sozialdienst erläutern wir daher alle schriftlichen Unterlagen in Gebärdensprache und unterstützen Gehörlosen beim Schreiben von Anträgen, Widersprüchen und Bewerbungen. Wir helfen auch bei der Vorbereitung wichtiger Gespräche mit Außenstehenden und organisieren den dafür notwendigen Dometschereinsatz. Bei Bedarf arbeiten wir natürlich mit anderen Fachdiensten, Arbeitgebern und den zuständigen Stellen zusammen.